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Neuer Rekord bei Weißstörchen – doch immer mehr Tiere leiden unter Nahrungsmangel

17.10.2026

In Sachsen-Anhalt hat die Zahl der brütenden Weißstörche im Jahr 2026 deutlich zugenommen. Nach Angaben der Arbeitsgruppe Weißstorchschutz des NABU wurden insgesamt 828 Brutpaare registriert. Im Vorjahr waren es noch 784 Paare. Besonders viele Weißstörche brüteten im Landkreis Stendal.
Auch deutschlandweit zeichnet sich ein historischer Rekord ab. Die Biologin Sophie Hoffmann rechnet mit mehr als 15.000 Brutpaaren. Das wäre der höchste Bestand seit Beginn der systematischen Erfassungen im Jahr 1934.
Doch die positive Bestandsentwicklung hat eine Schattenseite. Auf dem Storchenhof Loburg mussten in diesem Jahr insgesamt 243 Vögel versorgt werden, darunter 99 kranke oder geschwächte Weißstörche.
Viele Tiere waren stark unterernährt oder im Wachstum zurückgeblieben. Als Ursachen nennen die Naturschützer unter anderem anhaltende Trockenperioden und zunehmenden Nahrungsmangel.
Besonders tragisch verlief die Rettung zweier junger Weißstörche aus Bad Dürrenberg. Beide hatten offenbar Gummibänder aus Abfällen verschluckt und mussten notoperiert werden. Einer der Jungstörche überlebte den Eingriff nicht.
Auch Schwarzstörche benötigten wieder Hilfe. Erstmals seit fünf Jahren nahm der Storchenhof erneut Schwarzstörche zur Pflege auf. Insgesamt wurden fünf dieser seltenen Vögel betreut.
Zwanzig Vögel waren bis Mitte September nicht kräftig genug, um in ihre Winterquartiere aufzubrechen. Sie werden die kalte Jahreszeit auf dem Storchenhof verbringen.
Die Naturschützer betonen, dass steigende Bestandszahlen allein kein Zeichen für ausreichend gute Lebensbedingungen sind. Besonders der Verlust natürlicher Nahrungsflächen bereitet ihnen weiterhin Sorgen.

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