Immer mehr Weißstörche verzichten auf ihre lange Reise nach Afrika und verbringen den Winter in Deutschland. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) Hessen ruft deshalb erneut dazu auf, überwinternde Weißstörche zu beobachten und zu melden.
Bis zum 31. Januar 2027 können Naturfreunde ihre Sichtungen einreichen. Die Daten sollen helfen, Veränderungen im Zugverhalten der Weißstörche besser zu verstehen.
Bei der vergangenen Erfassung gingen deutschlandweit fast 1.200 Meldungen ein. Rund 600 davon stammten aus dem Hessischen Ried, das zu den wichtigsten Überwinterungsgebieten der Weißstörche in Deutschland gehört.
Als wesentliche Ursache für das veränderte Zugverhalten nennt der NABU die Klimaerwärmung. Mildere Winter und ausreichend Nahrung ermöglichen es den Vögeln zunehmend, auch während der kalten Jahreszeit in Deutschland zu bleiben.
Die Kälte selbst ist für gesunde Weißstörche nicht unbedingt das größte Problem. Ihr Daunengefieder schützt sie vor niedrigen Temperaturen. Entscheidend ist vielmehr, ob sie weiterhin genügend Nahrung finden.
Einige Weißstörche überwintern inzwischen auch in Spanien, wo sie beispielsweise auf Reisfeldern und Mülldeponien Nahrung suchen. Andere ziehen weiterhin bis nach Afrika.
Für die in Deutschland überwinternden Vögel kann das veränderte Verhalten einen Vorteil haben: Sie sparen die Energie für den langen Zug und können im Frühjahr frühzeitig geeignete Brutplätze besetzen.
Die jetzt begonnene Zählaktion soll zeigen, wie viele Weißstörche im kommenden Winter tatsächlich in Deutschland bleiben und welche Regionen sie bevorzugen.

