Im polnischen Dorf Stale nahe Tarnobrzeg sorgt ein zurückgebliebener Weißstorch für Aufmerksamkeit. Seit fast einem Monat hält sich der Vogel in der Nähe eines Wohnhauses auf, anstatt mit seinen Artgenossen nach Afrika zu ziehen.
Der Anwohner Władysław Broda kümmert sich um das Tier und versorgt es regelmäßig mit Futter. Nach seinen Beobachtungen kann der Storch zwar kurze Strecken fliegen, schafft es jedoch offenbar nicht, größere Höhen zu erreichen. Er vermutet deshalb eine Verletzung am Flügel.
Besonders ungewöhnlich ist die Freundschaft zwischen dem Weißstorch und einer Katze. Beide Tiere halten sich regelmäßig in unmittelbarer Nähe zueinander auf. Gegenüber Menschen bleibt der Storch allerdings scheu und flüchtet, sobald sich jemand nähert.
Inzwischen hat sich auch der Ornithologe Janusz Wepsięć, Vorsitzender der regionalen Naturkundegesellschaft, mit dem Fall beschäftigt. Er hat den Vogel bereits persönlich beobachtet.
Nach seiner Einschätzung besteht momentan keine unmittelbare Gefahr. Solange der Weißstorch ausreichend Nahrung findet oder gefüttert wird, könne er auch kühlere Temperaturen überstehen.
Allerdings müsse vor dem eigentlichen Winter vermutlich eine Rettungsaktion organisiert werden. Geplant ist, den Vogel möglicherweise einzufangen und in eine geeignete Auffangstation zu bringen.
Das dürfte schwierig werden, da der Storch trotz seiner eingeschränkten Flugfähigkeit noch immer flüchten kann.
Eine Entscheidung über die weitere Versorgung steht bislang aus. Der Ornithologe will sich mit weiteren Fachleuten beraten, bevor konkrete Maßnahmen eingeleitet werden.

